Karsten Lemm

Kino aus der Zukunft

April 22, 2013
April 22, 2013
Interview mit Douglas Trumbull in Blickpunkt Film, 2013

Sein Leben lang ist Douglas Trumbull den meisten anderen im Filmgeschäft ein paar Schritte voraus gewesen: Sein Hollywood-Debüt gab er als Mann für Spezialeffekte bei Stanley Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“, später kamen (unter anderem) „unheimliche Begegnungen der dritten Art“ und „Blade Runner“. Hinter den Kulissen mühte sich der Science-Fiction-Fan und gelernte Grafikdesigner, das Kino weiterhin zum Erlebnis zu machen – staunenswert und, ganz buchstäblich, großartig. Doch die Leinwände schrumpften, selbst im modernen Multiplex; kein Vergleich zu den Filmpalästen, mit denen Trumbull in den 1950er Jahren aufwuchs.

Douglas Trumbull bei einer Konferenz in Kalifornien
Douglas Trumbull bei einer Konferenz in Kalifornien

Unbeirrt verfolgte Trumbull weiter seinen Traum, war einer der Väter des Erfolgs von IMAX und gehört heute wieder ganz zur Avantgarde – weil er seit langem damit experimentiert, mehr als 24 Bilder pro Sekunde auf die Leinwand zu werfen, um Kinofilmen das Flimmern abzugewöhnen. Die Debatte um „high frame rates“ (hohe Bildwiederholraten) nimmt nun wieder Fahrt auf, weil Hobbit-Vater Peter Jackson und Kino-Milliardär Jim Cameron („Avatar“, „Titanic“) sich ebenfalls für eine höhere Bildfrequenz einsetzen.

Im Interview, das ich mit Trumbull für die Fachzeitschrift „Blickpunkt: Film“ geführt habe, spricht der stille Kino-Held über seinen langen Kampf mit dem traditionsverwachsenen Hollywood, seine Pläne mit dem eigenen Kurzfilm „Ufotog“ und erklärt, warum das Kino endlich in die Zukunft aufbrechen muss – wenn es als Erlebnis im großen Saal überhaupt eine Zukunft haben will.

Weitere Artikel

Kevin Mahaffey, Lookout, founder, portrait photo

Vorsicht Handy-Falle

Hacking For Good“ steht auf der Visitenkarte dieses jungen Herrn – Computer hacken für einen guten Zweck. Als Kevin Mahaffey und seine beiden „Lookout“-Mitgründer 2004 noch an…
Medien, paywalls, Abo-Modelle

Online-News: Verdruss im Überfluss

Allzu gern reden Verleger und Journalisten sich ein, dass es ihnen heute besser ginge, wenn sie nur von Anfang an Geld für Nachrichten im Internet verlangt hätten:…